Die große Flucht (Weihnachten 2007)
In der Milchschaumschläger-Hochburg rund um die Kastanienallee braucht man weder einen Kalender noch ein gutes Zeitgefühl, um zu erkennen, wann es mal wieder weihnachtet. Man erkennt es am Straßenbild.
In der Milchschaumschläger-Hochburg rund um die Kastanienallee braucht man weder einen Kalender noch ein gutes Zeitgefühl, um zu erkennen, wann es mal wieder weihnachtet. Man erkennt es am Straßenbild.
Der Berliner Untergrund ist eine Parallelwelt. Die U-Bahnen verkehren in kilometerweit verzweigten dunklen Tunneln, verschlucken an den Haltestellen Passagiere, um sie an einem anderen Ort, irgendwo in dieser Stadt, wieder auszuspucken. Wie im Zeitraffer strömen die Massen durch unterirdische Gänge, um in den nächsten gelben Blechwurm zu steigen, der sich durch das Mark der Stadt frisst. Im Feierabendverkehr liegt Schweißgeruch in der Luft, am frühen Morgen schwängern die letzten Nachtgestalten die Luft mit dem beißenden Geruch verbrennenden Alkohols. Die U-Bahn ist der Pulsschlag, die Blutbahn der Stadt. Kommt der Untergrund aus dem Takt, gerät auch das Leben im Tageslicht schnell aus der Bahn.
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