Ich betrete den Schlecker auf der Kastanienallee, Ecke Zionskirchstraße. Früher nannte man das Drogerie, das heißt, solch einen Laden nannte man früher einmal Drogerie. Das hier wiederum, diese “Gewerbeeinheit”, hieß einst “Möbel Boremski”. Als ich die Tür öffne, fängt der elektronische Wachhund an zu heulen und bezichtigt mich mit einer lauten Sirene des Diebstahls, obwohl ich noch nicht einen Schritt in den Laden gemacht habe. Die Verkäuferin schaut mich an, fragend, wie ich das wohl gemacht haben könnte. Noch gar nicht da und schon straffällig. Ich vermute, dass die Verkäuferin eines Ladens, in dem ich zuvor war, um ein Hemd zu kaufen, schlichtweg vergessen hat, die Diebstahlsperre vom Hemd abzumachen. Ich fühle mich von den Blicken der Schlecker-Angestellten zu einer Rechtfertigung genötigt, warum ich hier einen solchen Lärm mache und erkläre meine Situation. Sie schaut mich skeptisch an, sagt, dass ich mir ja jetzt hier die Taschen voll machen könne, in ihrer Schlecker-Filiale. Ich versuche sie zu beruhigen und sage:
“Aber junge Frau, ick bitte Sie, ick bin doch ‘nen ehrlicher Mann!”
Sie mustert mich von oben bis unten, ich zweifle, dass mein Kapuzenpullover, die Mütze, der grüne Parka meiner Aussage in ihren Augen Glaubwürdigkeit verleihen. Dann sagt sie einen Satz, der mich so verstört hat, dass ich gar nichts mehr sagen konnte, bis ich, begleitet von einem abermaligen Sirenenheulen und dem hässlichen Lachen der Verkäuferin den Laden verlassen habe:
“Jaja, erzähln se mir nüscht, ‘n ehrlicher Mann, dit sagen die Fidschis och!”