Augen auf(!) Berlin.

17.2.2009

Eens is klar: “Allet Arschlöcher!”

Abgelegt unter: Aufgeschnappt — Conrad @ 13:23

In einem Geschäft in Friedrichshain, von dem wahrscheinlich nicht einmal der Besitzer weiß, was es sein soll - Café, Spätverkauf, Imbiss oder Bäcker - sitzen drei junge Männer entlang der linken Wand, verteilt auf drei Tische. Eine Verkäuferin steht neben dem ältesten der drei Männer, ein weiterer Verkäufer auf der rechten Seite, hinterm Tresen. Wir betreten das Geschäft und platzen anscheinend in eine angeregte Unterhaltung, deren Inhalt ich hier unkommentiert im ungefähren Wortlaut wiedergeben möchte.

 

 „Dit is ein totalet Arschloch, der behandelt die Leute echt scheiße…“

„Ach echt, ja, hätt ick jar nich jedacht, der is ja immer so lustich, wa, ick meine…“

„Ach, vajiss et, ick hab den kennenjelernt, ick hab für den jearbeitet, im Olympiastadion, bein Uffbau….“

„Echt ja, achso, ja, dann kennste den ja…und?“

Meine Begleitung unterbricht das Gespräch kurz.

 „Ham sie vielleicht Zucker?“

Der Verkäufer antwortet.

„Hinter dich!“

Zurück zum Gespräch, der ältere der jungen Männer setzt aufgeregt zum Reden an.

„Ja, sag ick ja…da ham die da zwee Tage uffjebaut, also icke, war allet mit dem abjesprochen, und dann is der kurz vor de Show mit sein eigenen Hubschrauber hoch, mit sein privaten, hat sich dit ma von oben anjekiekt, wa…dann is er runterjekommen, is nochma uffe Bühne kieken und so…hat der an so nem Stativ eene rostje Schraube jefunden, is der total ausjeflippt, dit Arschloch. Ruft der die Mannschaft ran, da vom Uffbau, und sagt ‚Jungs, ihr seid Kacke, ihr seid jefeuert’.  Und labert noch so rum, von wegen, ick weeß, dass ick nen Arschloch bin, aber ick bezahl dit hier och allet…“

„Mach keen Quatsch, dit hat der Barth selber jesagt, ja? Naja…“

„Jaja, isn Arschloch, der Barth, der hat och Zwee-Klassen-Catering, sag ick dir, kannste mir glooben, dit Jute für seine Leute und die anderen kriegen wat anderet, voll die Sauerei.“

 Der dritte junge Mann, der bislang noch nichts beigetragen hat zum Thema und etwas peinlich berührt wirkt, steht auf, verlässt zum Rauchen das Café, den Spätverkauf, den Imbiss, den Bäcker, was auch immer. Der Jüngste im Bunde kann sein Interesse nicht im Zaum halten.

 „Ach hör uff, echt jetze, ja, isn Arschloch, sachste, ja? Na is ja oft so, wa, dit die ausm Fernsehen, da, die Lustigen, totale Arschlöcher sind, wa. Dit soll ja mit Hape Kerkeling och so sein, wa, vor der Kamera immer total lustig, aber eigentlé voll dit Arschloch, so in richtjen Leben drin….“

„Na jeh mir los mit dem, du, der is ochn Arschloch, hab ick och ma kennenjelernt, janz schlimm, und der Paul Panzer erst, wa, dit is ja der beste Freund von dem Mario Barth, die hängen ja immer zusammen rum, wa, die machen allet zusammen, in echt spricht der och jar nich so komisch, der Panzer…“

„Achso ja, dit is dann also nur Show, ja? Naja, kann man sich ja denken, aber is och nich cool…“

„Ja, allet Show, ick kenn den…“

 Wir lauschen dem Gespräch nun schon seit geraumer Zeit. Die Verkäuferin, die schon die ganze Zeit an den Lippen des Vielredners hängt, staunend, wen der so alles kennt, möchte auch etwas beitragen und sagt:

 “Weeßte, der Einzje, der in echten Leben, also so in echt, och so is, wie in Entertainment, dit is, hier, dieser….“

 Sie kramt nach dem Namen. Unsere Spannung steigt ins Unermessliche, wir können jetzt nicht gehen, das müssen wir noch erfahren, wen sie meint. Sie setzt an und sagt:

 „Frank Zander!“

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