Augen auf(!) Berlin.

27.2.2009

Zeitlos.

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 16:33

Am Boxi…

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 11:31

© zeikonaut

26.2.2009

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 17:34

In der Textilreinigung. Ein Mann fliegt förmlich in den Laden, so eilig hat er es, den roten Zettel in seiner Hand weit von sich in Richtung Bedienung gestreckt. Er spricht erst, als die Bedienung ihm den Zettel bereits abgenommen hat.

“Tach, ick würd jern meen Anzug abholn.”

Die Bedienung wühlt sich durch die Kleiderständer, schubst Hemden, Hosen und Mäntel beiseite, von seiner Hektik angesteckt, bis sie schließlich den gewünschten Anzug im transparenten Plastesack von der Stange nimmt. Sie drückt dem Kunden die Alu-Bügel, auf denen Hose und Sakko hängen, in die Hand und fragt noch:

“Broochen se vielleicht noch wat zun Duften?”

Der Mann fliegt schon wieder aus dem Laden, seine Antwort wird im Satz schon leiser, er ist schon fast weg, aber immerhin hört man noch:

“Danke, nee, ick dusche regelmäßee.”

20.2.2009

Ein Freund von mir

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 18:23

Ich habe einen alten Freund wieder getroffen. Einfach so, durch Zufall. Mit alten Freunden ist das ja immer so eine Sache. Man macht eine Zeit lang viel miteinander, das ist angenehm, dann hört man sich seltener, von Tag zu Tag wird der Kontakt loser. Irgendwann trennen sich die Wege. Meist hat es ja auch einen Grund, dass man sich aus den Augen verliert. Unterschiedliche Interessen, der eine zieht weg, der andere bleibt. Einer sagt etwas, der andere missversteht es, dann wird nicht darüber geredet, man lebt sich auseinander. Ich hatte den alten Freund jedenfalls lange nicht mehr getroffen. Früher trafen wir uns täglich, immer wieder durch Zufall. Er war einfach immer da. Irgendwann, ich weiß gar nicht mehr genau, wann das war, wurden unsere Treffen seltener, nur gelegentlich begegnete er mir noch auf der Kastanienallee und in meinem Kiez. Wenn ich ihn traf, dann meist in anderen Bezirken, außerhalb des Zentrums, da war er dann plötzlich wieder da. Ich habe mir gedacht, wahrscheinlich hat er nun ein Häuschen im Speckgürtel, machen ja viele, irgendwann, habe mich mit der Erkenntnis begnügt, dass mein alter Freund in seinem Garten sitzt, im Liegestuhl. Oder auf einem Balkon in Marzahn, 15. Stock, mit weitem Blick über die Stadt, die Hochhausdächer und das, was nach Berlin kommt.

(weiterlesen…)

17.2.2009

Augen auf London

Abgelegt unter: Im Blickfeld — Conrad @ 21:22

Vergangenheit bewältigt!

Abgelegt unter: Ver(sch)wunden — Conrad @ 21:20

© Norman Briewig (alle Bilder)

Eens is klar: “Allet Arschlöcher!”

Abgelegt unter: Aufgeschnappt — Conrad @ 13:23

In einem Geschäft in Friedrichshain, von dem wahrscheinlich nicht einmal der Besitzer weiß, was es sein soll - Café, Spätverkauf, Imbiss oder Bäcker - sitzen drei junge Männer entlang der linken Wand, verteilt auf drei Tische. Eine Verkäuferin steht neben dem ältesten der drei Männer, ein weiterer Verkäufer auf der rechten Seite, hinterm Tresen. Wir betreten das Geschäft und platzen anscheinend in eine angeregte Unterhaltung, deren Inhalt ich hier unkommentiert im ungefähren Wortlaut wiedergeben möchte.

(weiterlesen…)

16.2.2009

Die Stadt durch alte Gläser sehen

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 17:00

In der Ringbahn, Richtung Ostkreuz. Ein älteres Ehepaar sitzt sich gegenüber, Er erzählt, dass die Jungs jetzt alle diese eckigen Brillen trügen. Günther kleide diese wohl sehr, Gerd habe auch eine, aber der hat ja immer gleich alles, was die anderen haben. Und er selbst, na ja, er könne sich das nicht vorstellen, das sei nichts für ihn, diese neumodischen, eckigen Brillen. Seine Brille wäre ja noch vollkommen in Ordnung, stellt er fragend fest, in der Erwartung, seine Gattin pflichte ihm bei. Sie schaut stoisch aus dem Fenster, hin und wieder zu ihm, nickt, so wie man wahrscheinlich nickt, wenn man seit vierzig Jahren miteinander lebt, jeder den anderen auch mal reden lässt und weiß, dass es genügt so zu tun, als hörte man zu. Während er noch mit den Augen rollt und den runden Rahmen seiner Brille begutachtet, fragt Sie:

„Wann müssen wir raus?“

Er überlegt, die alte Brille auf der Nase, und beginnt aufzuzählen:

„Na ja, warte ma, wir warn jetze Prenzlauer, Greifswalder, Leninallee…“

9.2.2009

Abgelegt unter: "Du musst mit deinem Blick durch Städte wandern..." — Conrad @ 13:27

Am Potsdamer Platz, gegenüber vom Haupteingang des Hotels Hyatt, hat sich wohl vor Jahren mal ein Landschaftsarchitekt gedacht, man müsse hier etwas natürliche Anmutung in diese Betonwüste bringen. Das Ergebnis seiner Überlegungen ist ein etwa drei Meter breiter Flusslauf, der wie ein Burggraben von der Potsdamer Straße bis ans Theater führt, dass derzeit als Berlinale-Palast genutzt wird und allabendlich Promis aller Couleur vom roten Teppich aufsaugt und verschluckt.

(weiterlesen…)

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )